Ratgeber / Gesundheit, Schönheit

Wunden optimal versorgen

30.10.2019 / von 

Ein aufgeschürftes Knie, ein Schnitt im Finger, Blasen an den Füssen, dies sind kleine Verletzungen, die jeder kennt. Meistens kann man zu Hause die Wunde selbst versorgen. Moderne Pflaster und Verbände tragen viel dazu bei, dass die Heilung schnell und komplikationslos vor sich geht.

Wundversorgung in Drogerie und Apotheke

Fast täglich beraten Fachpersonen Drogerien oder Apotheken Kunden, die sich bei der Arbeit oder in der Freizeit eine Verletzung zugezogen haben. Manche kommen sogar direkt mit blutendem Finger. Dann wird die Wunde als Erstes gereinigt und desinfiziert und anschliessend ein Pflaster aufgeklebt. Bis dann hat sich auch die Aufregung gelegt, und das Beratungsgespräch kann beginnen.

Mit der Erstversorgung ist es nämlich nicht getan. Die Wundheilung ist ein äusserst komplexer Vorgang, bei dem viele Faktoren zusammenspielen müssen, damit sich das zerstörte Gewebe wieder schliesst. Diesen Vorgang, der auch bei optimalem Verlauf mindestens acht Tage dauert, kann man mit einer klugen Wundversorgung aktiv unterstützen.

Moderne Wundauflagen

Eine wichtige Erkenntnis liegt darin, dass Wunden besser heilen, wenn sie feucht gehalten werden. Es bildet sich weniger Schorf. Das ist vorteilhaft, weil Schorf beim Verbandwechsel häufig aufreisst. Die Wunde beginnt wieder zu bluten, frisch gebildetes Gewebe wird wieder zerstört. Ein weiterer Grund, der für eine feuchte Wundumgebung spricht, ist der Wundheilungsvorgang. Die Zellen, die für die Wundheilung ins verletzte Gewebe strömen, können in feuchter Umgebung rascher vordringen und die Lücke schliessen. Das beschleunigt die Heilung. Zum Feuchthalten sind sogenannte Gelkompressen im Handel. Diese gibt es in verschiedenen Grössen, entweder als Wundauflage für grössere Flächen oder für kleinere Verletzungen zum Zuschneiden. Gelkompressen werden täglich gewechselt.

Einfach und fast schmerzlos

Mit Gelkompressen schmerzt der Verbandwechsel weniger. Die Produkte kleben nicht auf der Wunde. Man kann sie leichter entfernen als Gazekompressen und läuft weniger Gefahr, frisches Narbengewebe wieder aufzureissen. Je nach Grösse und Ort der Wunde empfiehlt sich einen Wundschnellverband mit einer Gelschicht oder eine Gelkompresse. Oberflächliche Wunden, die keine besondere Unterstützung brauchen, können nach der ersten Reinigung auch nur mit einer hauchdünnen Hydro-Folie abgedeckt werden, um sie vor Wasser und Verschmutzung zu schützen.

Gelpflaster bei Blasen

Gelpflaster dagegen sind praktisch bei Blasen. Man darf sie ohne Weiteres zwei oder drei Tage auf der Wunde belassen. Diese Pflaster sind etwas dicker als ein gewöhnliches, aber sie sind geschmeidig und legen sich wie ein Film über die Wunde. Dadurch schützen sie das verletzte Gewebe vor Reibung, Schlägen und Verunreinigungen. Sie fallen auch unter der Dusche nicht ab, und weil sie wie eine zweite Haut aufliegen, kann man ohne Schmerzen wieder in die (Wander-)Schuhe steigen und weitermarschieren. Kenner kleben sich diese Pflaster vorbeugend auf heikle Stellen, zum Beispiel um Blasen vorzubeugen. Die Auswahl solcher Produkte ist gross - ein Besuch in der Drogerie oder Apotheke lohnt sich.

Reinigen und desinfizieren

Zum Desinfizieren empfehlen die Experten meist farblose Desinfektionsmittel ohne Alkohol in Form eines Pumpsprays. Das brennt nicht und hinterlässt keine Flecken. Bei grossen, tiefen, stark blutenden und stark verschmutzten Wunden wird zu einem Arztbesuch geraten. Der Arzt kann tief liegende Schmutzpartikel entfernen und die Wundränder säubern. Auch bei Rötungen und Schwellungen sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn solche Begleiterscheinungen deuten auf eine Infektion hin. Bisswunden gehören in jedem Fall in ärztliche Behandlung. Sie sind stets stark verschmutzt durch Bakterien. Eine Auffrischung der Tetanusimpfung ist meistens ratsam. Ausserdem sollte das Tollwutrisiko geklärt werden.

Der kleine Helfer: Pflasterspray

Bei kleinen, problemlosen Wunden kann man gelegentlich auch zum Pflasterspray greifen. Der aufgesprühte Film bietet einen unsichtbaren Schutz vor Verschmutzung, allerdings nur, solange die Wunde nicht blutet und kein Sekret absondert.

Schmerzloser Verbandwechsel

Wenn doch einmal ein Verband auf der Wunde klebt, sollte man ihn nicht gewaltsam wegreissen. Besser, man träufelt physiologische Kochsalzlösung drauf. Diese gibt es in kleinen Flaschen oder als Einmaldosen. Monodosen haben den Vorteil, dass man stets eine keimfreie Lösung zur Hand hat. Nach einigen Minuten sind die Verkrustungen aufgeweicht und der Verband lässt sich ohne Schaden ablösen.

Gazebinden immer zur Hand haben

Ebenfalls stets im Haus haben sollte man selbsthaftende elastische Gazebinden. Damit lässt sich jederzeit und rasch ein Verband anlegen. Es braucht keine Klebepflaster und keine Klammern. Die Gazebinde haftet auf sich selbst und hält auch an Fingerspitzen und Gelenken. Auch eingerissene Fingernägel und Nagelhäutchen kann man auf diese Weise schützen und es müssen beim Verbandwechsel keine lästigen Pflasterränder entfernt werden.

Tipps für die Narbenpflege

Die Beschaffenheit und das Aussehen von Narbengewebe verändern sich im Laufe der Zeit. Mit etwas Glück ist nach einigen Monaten kaum mehr etwas zu sehen. Oft bleibt aber auch eine rötliche oder weisslich-blasse ledrige Narbe zurück, die störend sein kann. Sie fällt auf und kann, zum Beispiel in der Nähe eines Gelenks, die Beweglichkeit einschränken, weil das Narbengewebe wegen seines hohen Anteils an Kollagenfasern weniger elastisch ist als gesundes Gewebe. Es lohnt sich daher, eine Narbencreme anzuwenden, sobald die Wunde verheilt ist.

Ziel von Narbensalben ist, das Gewebe möglichst geschmeidig zu halten sowie Verdickungen und Verfärbungen zu vermeiden. Die Produkte enthalten in unterschiedlicher Zusammensetzung die Vitamine A, E und Panthenol, Bilsenkrautöl, Allantoin, Heparin und Kollagen. Narbensalben müssen während mehrerer Wochen oder Monate täglich zwei bis drei Mal leicht einmassiert werden. Frische Narben sollte man zudem etwa ein Jahr lang mit einem hohen Sonnenschutz abdecken, um eine dunkle Pigmentierung zu vermeiden.

Verdickte Narben können mithilfe von Cortison in Form von Salben oder Spritzen ins Narbengewebe reduziert werden. Dies setzt jedoch eine Konsultation bei einem Hautarzt voraus.