Eine wohltuende und entspannte Dusche kann mehr sein als nur Reinigung. Mit der richtigen Vorbereitung wird sie zum wohltuenden Home-Spa-Ritual für Haut, Haare und Sinne – ideal, um sich im Alltag eine kleine Pause zu gönnen.
Manchmal braucht es nicht viel, um den Kopf freizubekommen. Eine warme Dusche, ein angenehmer Duft und ein paar Minuten nur für sich selbst können reichen, um den Alltag für einen Moment auszublenden. Aus dieser Idee ist in den vergangenen Jahren sogar ein Social-Media-Trend entstanden: die sogenannte «Every-thing Shower». Dahinter steckt keine besondere Pflegemethode, sondern eine bewusst ausgedehnte Duschroutine, bei der Körperpflege und Entspannung miteinander verbunden werden.
Der Begriff ist zwar neu, die Idee dahinter jedoch nicht. Sich Zeit für die eigene Körperpflege zu nehmen und bewusst zur Ruhe zu kommen, tut in jedem Alter gut. Für eine entspannende Duschroutine braucht es weder unzählige Pflegeprodukte noch komplizierte Abläufe. Viel wichtiger ist, die einzelnen Pflegeschritte sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Zeit für sich reservieren
Die Auszeit beginnt nicht erst mit dem ersten Wassertropfen. Wer sich etwa eine Stunde oder etwas länger bewusst freihält, schafft Raum für Erholung. Hilfreich ist es, alle benötigten Pflegeprodukte bereitzulegen und schon vor dem Duschen an die Zeit danach zu denken. Eine warme Tasse Tee, ein spannendes Buch oder ruhige Musik machen es leichter, nach der Körperpflege nicht sofort wieder in den Alltag zurückzukehren.
Auch Haut und Haare lassen sich schon vor dem Duschen auf die Pflegeroutine vorbereiten. Wer längeres Haar hat, entwirrt es vor dem Waschen mit einem grobzinkigen Kamm. Das beugt Haarbruch vor. Wer mag, trägt vor dem Duschen ein Haaröl oder eine Haarmaske auf und lässt die Pflege einige Zeit einwirken. Auch eine reinigende Gesichtsmaske lässt sich gut vor der Dusche auftragen und später einfach abspülen. Manche schwören zudem auf Trockenbürsten. Dabei wird die trockene Haut mit einer weichen Bürste sanft massiert. Das entfernt lose Hautschüppchen und kann die Durchblutung leicht anregen. Ein Muss ist dieser Schritt jedoch nicht.
Eine sinnvolle Reihenfolge
Unter der Dusche lohnt es sich, die einzelnen Pflegeschritte aufeinander abzustimmen. Zuerst werden die Haare gewaschen. Anschliessend darf eine Spülung oder Haarmaske einige Minuten einwirken. Währenddessen bleibt genügend Zeit für die Körperpflege. Ein sanftes Körperpeeling entfernt abgestorbene Hautschüppchen und sorgt für ein glattes Hautgefühl. Ein- bis zweimal pro Woche reicht dafür in der Regel aus. Wer sich rasiert, tut dies am besten nach dem Peeling. Anschliessend wird der Körper nochmals mit einem milden Duschgel gereinigt, bevor die Haarpflege gründlich ausgespült wird.
Nach dem Duschen wird die Haut am besten sanft trocken getupft statt kräftig abgerieben. Das schont die Haut und bereitet sie auf die anschliessende Körperpflege vor. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für eine Bodylotion oder ein Körper-öl: Die leicht feuchte Haut schliesst die Feuchtigkeit besonders gut ein. Auch die Haare profitieren von einem schonenden Umgang: Statt sie trocken zu rubbeln, werden sie besser vorsichtig mit dem Handtuch ausgedrückt.
Weniger Hitze, mehr Wohlbefinden
Gerade an kalten Tagen ist die Versuchung gross, möglichst lange und heiss zu duschen. Für die Haut bedeutet das allerdings Stress. Sehr warmes Wasser löst den schützenden Fettfilm der Haut und kann sie austrocknen. Auch der Kreislauf wird durch grosse Hitze stärker belastet. Angenehmer für Haut und Wohlbefinden ist lauwarmes Wasser. Wer seine Dusche zudem mit einem kurzen kühlen Guss beendet, fühlt sich oft erfrischt und regt gleichzeitig den Kreislauf an.
Kleine Extras mit grosser Wirkung
Jetzt zahlt sich die Vorbereitung aus: Stehen Tee, Buch oder die Lieblingsplaylist bereits parat, lässt sich die Entspannung nach der Dusche ganz bewusst verlängern. Ein weiches Pyjama oder bequeme Kleidung, eine nährende Maske für Hände und Füsse sowie ein Moment der Ruhe lassen das Verwöhnritual entspannt ausklingen.
Auch das Ambiente spielt eine Rolle. Kerzenlicht, leise Musik oder ein angenehmer Duft schaffen eine ruhige Atmosphäre. Noch erholsamer wird die Auszeit, wenn das Smartphone im Flugmodus ist und stattdessen eine Tasse Tee auf dem Sofa genossen wird. So kann auch der Kopf abschalten und wird nicht unnötig abgelenkt.
Eine ausgedehnte Duschroutine muss nicht perfekt sein: Entscheidend ist, sich bewusst Zeit zu nehmen und die eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Schon wenige sorgfältig gewählte Pflegeschritte können aus einer alltäglichen Dusche einen kleinen Wohlfühlmoment machen – und manchmal genau die Pause sein, die Körper und Geist brauchen.

Corinne Lotter
Dipl. Drogistin HF und Co-Betriebsleiterin
Ausgiebiges Duschen kann die Haut austrocknen. Was hilft, sie dennoch geschmeidig zu halten?
Entscheidend ist die Wassertemperatur – idealerweise lauwarm oder eher kühl. Zudem empfehle ich milde, rückfettende Duschprodukte. Wer zu trockener Haut neigt, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten oder die Haut mit Nachtkerzen- und Leinölkapseln von innen unterstützen.
Welche Inhaltsstoffe unterstützen die Hautbarriere besonders gut?
Bewährt haben sich Urea, Glycerin, Panthenol, Ceramide und Niacinamid. Sie binden Feuchtigkeit und stärken die Hautbarriere. Auch Sheabutter oder Thermalwasser können empfindliche Haut beruhigen.
Welche Tipps geben Sie Menschen mit trockener oder sensibler Haut für eine längere Duschroutine?
Je empfindlicher die Haut ist, desto einfacher und kürzer sollte die Routine sein. Empfehlenswert sind pH-hautneutrale, möglichst parfümfreie Duschgels oder -öle. Ein Peeling höchstens einmal pro Woche genügt. Wichtig ist zudem, die Haut anschliessend gut einzucremen.
Warum gilt das Eincremen nach dem Duschen als besonders wichtig?
Beim Duschen verliert die Haut Feuchtigkeit. Eine Bodylotion oder ein Körperöl hilft, diese wieder auszugleichen und die Hautbarriere zu unterstützen. Am besten wird die Pflege direkt nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen. So kann die Haut das vorhandene Wasser besser einschliessen und die Feuchtigkeit länger speichern.