Kinder krank

Ratgeber / Gesundheit, Kind & Familie

Schnupfenzeit im Kinderzimmer

23.10.2026 / von 

Die Nacht im Kinderzimmer ist unruhig: Immer wieder wird das Jüngste wach, weil die Nase verstopft ist, das Atmen schwerfällt oder es ständig husten muss. Das Wichtigste in dieser Zeit? Dem Kind Sicherheit, Geborgenheit und viel Zuwendung schenken.

Eine typische Erkältung ist für Erwachsene schon mühsam und fühlt sich für die Kleinsten oft noch dramatischer an. Dabei handelt es sich meist um eine harmlose akute Infektion der oberen Atemwege. Auslöser sind in der Regel Viren. Die Ansteckung erfolgt meist über Tröpfchen oder über Hände und Oberflächen. Typische Symptome sind Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, gelegentlich Fieber, Müdigkeit und weniger Appetit. Kein Wunder, dass viele Eltern in solchen Momenten verunsichert sind. Gerade nachts wirken die Beschwerden oft schlimmer, weil es still ist und man jedes Husten und jedes «Schnudere» stärker wahrnimmt.

Erkältung als Training fürs Immunsystem

Dabei gehören häufige Erkältungen bei kleinen Kindern zum Grosswerden dazu. Der Hauptgrund: Ihr Immunsystem befindet sich noch im Aufbau und lernt mit jeder Infektion, Viren besser abzuwehren. Jede überstandene Erkältung ist somit ein kleines Training für die körpereigene Abwehr.

Besonders in der Kita verbreiten sich Erkältungsviren schnell: Viele kleine Kinder spielen zusammen und sind eng miteinander in Kontakt. Zudem fassen sich die Kleinen häufig ins Gesicht und teilen Spielzeug – so finden Viren leicht ihren Weg. Kann man den erkälteten Nachwuchs in die Kita schicken? In der Regel sollten Kinder in den ersten akuten Tagen einer Erkältung zu Hause bleiben, besonders bei Fieber, starkem Husten oder wenn sie müde und abgeschlagen wirken. Dann braucht der kleine Körper Ruhe. Gleichzeitig ist die Ansteckungsgefahr für andere Kinder besonders hoch.

Das können Eltern zu Hause tun

Bei einer Erkältung brauchen Kinder vor allem eines: Ruhe, Nähe und viel Zuwendung.

• Wichtig ist Ruhe, aber keine strenge Bettruhe. Viel Schlaf und ausreichend Erholung unterstützen den Körper bei der Abwehr der Infektion.

• Ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser, ungesüsstem Tee oder Muttermilch anbieten – am besten regelmässig kleine Mengen, besonders bei Fieber oder Husten.

• Bei verstopfter Nase können Kochsalzlösung und bei Bedarf vorsichtiges Absaugen helfen.

• Frische Luft und angenehm befeuchtete Räume können das Wohlbefinden verbessern.

• Bei nächtlichem Husten kann es helfen, den Oberkörper leicht erhöht zu lagern. Brust, Rücken und Füsslein eincremen mit einer Erkältungssalbe, etwa Kartoffelbalsam oder Baby-Salbe mit Thymian, wirkt oft wohltuend. Produkte mit ätherischen Ölen sollten nur nach fachkundiger Beratung eingesetzt werden. Zudem kann Honig lindernd wirken, allerdings erst bei Kindern ab einem Jahr. Diverse Hustenpräparate oder auch spagyrische Mischungen sind je nach unterschiedlichem Alter in der Drogerie oder Apotheke erhältlich.

• Leichtes Fieber muss bei einem Kind, das sich insgesamt wohlfühlt, nicht zwingend gesenkt werden. Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers und unterstützt die Abwehr. Wichtig ist vor allem, dem Kind genügend Flüssigkeit anzubieten, Ruhe zu ermöglichen und es nah zu begleiten. Bei moderatem Fieber oder wenn sich das Kind sichtlich unwohl fühlt, können fiebersenkende Mittel wie Paracetamol nach Rücksprache mit einer Fachperson sinnvoll sein. Bei schlechtem Allgemeinzustand oder hohem und/oder länger andauerndem Fieber ist eine Ärztin oder ein Arzt zu konsultieren.

Da die Jüngsten ihre Beschwerden oft nicht gut beschreiben können, braucht es Geduld und ein aufmerksames Beobachten. Eltern können sich dabei unkompliziert Unterstützung holen: Unsere Fachpersonen helfen gerne bei der Einschätzung der Symptome oder klären ab, ob ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Vorbeugen mit einem gesunden Alltag

Auch wenn jede Infektion ein Training für das Immunsystem ist, wünschen sich Eltern natürlich, ihr Kind möglichst davor schützen zu können. Hilfreich ist etwa ein gesunder Alltag: Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und Früchten, genügend Flüssigkeit, ausreichend Schlaf und Erholung sowie Bewegung an der frischen Luft. Eine rauchfreie Umgebung ist ebenfalls wichtig. Eine übertriebene Hygiene ist in der Regel nicht erforderlich, denn das Immunsystem der Kleinen arbeitet bereits aktiv.

Und wenn dann doch wieder eine Erkältung kommt, beginnt sie oft genauso, wie sie endet: mit einer unruhigen Nacht, einem verstopften Näschen – und vielen kleinen Momenten voller Nähe, in denen Eltern einfach versuchen, ihr Kind gut durch diese Zeit zu begleiten.

Ansteckungen in der Familie vermeiden

Ist ein Kind erkältet, wandern die Viren oft schneller durch die Familie, als einem lieb ist. Mit einfachen Gewohnheiten lässt sich das Risiko reduzieren: Regelmässiges Händewaschen gehört zu den wichtigsten Massnahmen, etwa nach dem Naseputzen und vor dem Essen. Taschentücher sollten nach dem Gebrauch direkt im Abfall landen. Auch kleine Familienregeln helfen: nicht aus demselben Becher trinken oder mit demselben Besteck essen und Handtücher sowie Bettwäsche regelmässig wechseln. Kinder können spielerisch lernen, beim Husten und Niesen die Armbeuge zu benutzen und das Gesicht dabei wegzudrehen. Regelmässiges Lüften sorgt zudem für frische Luft und senkt die Menge an Viren in Innenräumen. Häufig berührte Flächen wie Türklinken kann man zwischendurch reinigen.

Doris Jost
Eine Kochsalzlösung ist bei verstopfter Nase die erste Wahl.

Doris Jost

Dipl. Drogistin HF und Co-Betriebsleiterin

Was verunsichert viele Eltern bei Erkältungen ihrer Kinder?

Vor allem die Häufigkeit und hohes Fieber. Kleinkinder haben oft sechs bis acht Erkältungen pro Jahr. Fieber von bis zu 39 Grad ist dabei nicht ungewöhnlich.

Wie kann man das Kind in der Nacht beruhigen?

Vor allem sollte man selbst Ruhe bewahren und dem Kind Nähe geben, es vielleicht auch mal bei sich schlafen lassen. Manchmal husten Kinder, schlafen aber trotzdem weiter. Eltern können etwas zu trinken anbieten, für frische Luft sorgen und sich bei der Betreuung in der Nacht wenn möglich abwechseln.

Welche Hausmittel sind sinnvoll?

Bewährt haben sich etwa Zwiebelsäckchen bei verstopfter Nase. Bei Fieber können Wadenwickel oder Essigsöckchen helfen. Wichtig ist, dass diese richtig angewendet werden. In der Drogerie und Apotheke geben wir gerne Tipps dazu.

Was sind Ihre Tipps bei einer verstopften Nase?

Eine Kochsalzlösung ist hier die erste Wahl. Der Schleim kann bei Bedarf auch mit einem Nasensauger vorsichtig entfernt werden. Wird das Kind noch gestillt und bekommt wegen der verstopften Nase schlecht Luft, können abschwellende Nasentropfen kurzfristig Erleichterung verschaffen. Homöopathische oder pflanzliche Präparate können sinnvoll sein. Grössere Kinder sollte man zum regelmässigen Naseputzen anhalten und auffordern, ohne grossen Druck zu schnäuzen.