Unruhe

Ratgeber / Naturheilkunde

Natürlich Abschalten bei innerer Unruhe

26.09.2022 / von 

Ständige Sorgen, quälende Gedanken oder sogar Angstzustände - mit Heilpflanzen wie Hopfen, Eisenhut oder Lavendel kann man mentale Anspannung lindern.

Permanent dreht sich das Gedankenkarussell und hört einfach nicht auf, nicht einmal nachts … Gegen diese innere Unruhe sind zum Glück gleich mehrere Kräuter gewachsen, die in der Natur­medizin ihre Anwendung finden. Wir stellen ausgewählte Pflanzen und ihre besänftigende Wirkung in drei verschiedenen Therapiemethoden vor.

Weder Hopfen noch Schlaf verloren

Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten Heilmethoden bei körperlichen und seelischen Leiden. Dabei wird das Kraut – oder andere Pflanzenteile wie Blätter oder Blüten – in Form von Tee, Kapseln oder Tabletten verabreicht. «Die Wirkstoffe können auch mit Alkohol herausgelöst, zu einer Tinktur verarbeitet und tropfenweise eingenommen werden», erklärt Daniela Brechbühl, dipl. Drogistin HF und Geschäftsinhaberin.

Bei Rastlosigkeit empfiehlt die Expertin gerne Hopfen. Die zu den Hanfgewächsen gehörende Kletterpflanze ist seit dem Mittelalter als Schlafkraut bekannt. Dies aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung, die besonders beim Ein­schlafen nützlich ist. Daniela Brechbühl ergänzt: «Hopfen mildert auch Stresssymptome und entspannt dank der Bitterstoffe bei nervösen Beschwerden mit Verkrampfungen, sei es im Magen-Darm-Bereich oder im Gemüt.»

Eisenhut gegen Panik

Der ganzheitliche Ansatz der Spagyrik strebt das Wiederherstellen des inneren Gleichgewichts und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte an. Dabei wird die gesamte Pflanze verwendet und zuerst zerkleinert. Mittels Gären, Destillieren und anschliessenden Einäscherns werden die Substanzen verarbeitet und wieder zusammengefügt. «Am einfachsten wird die Medizin mit Spray­stössen in den Mund verabreicht, ideal auch für Kleinkinder», sagt die Drogistin.

Gegen innere Unruhe eignet sich besonders der Blaue Eisenhut oder Aconitum, eine der giftigsten Pflanzen Mitteleuropas. Diese kraftvolle Pflanze wird in der Naturmedizin wegen ihrer effizienten Beruhigung des Nervensystems geschätzt. Nach spagyrischer Zubereitung ist sie nicht mehr giftig und kann als Akutmittel bei Panikattacken oder nach einem Schock angewendet werden. «Ausserdem hilft sie gegen Prüfungs- oder Versagensangst sowie bei Schreckhaftigkeit», fügt Daniela Brechbühl an.

Entspannung dank Lavendel

In der Aromatherapie werden zur Behandlung von Krankheiten oder zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens ätherische Öle verwendet. Diese werden zum Beispiel durch Pressen oder Wasserdampfdestillation aus den Heilpflanzen gewonnen. «Beim Inhalieren über die Nase gelangen die Wirkstoffe ins Gehirn, von wo aus sie über das Nervensystem die Prozesssteuerung des Körpers beeinflussen. Dies garantiert eine rasche Reaktion», weiss die Drogistin. Zur Verteilung sind häufig Duftlampen, Vernebler, Raumsprays und Aromastifte im Einsatz.

Lavendel gehört hier zu den beliebtesten Pflanzenessenzen. Er löst muskuläre, mentale und emotionale Anspannungen und ist daher ein vorzügliches Mittel in Stresssituationen oder bei Erregungs- und Unruhezuständen. Daniela Brechbühl verrät ihren Spezialtipp: «Man kann einem unparfümierten Körperöl ein paar Tropfen Lavendelöl beifügen und die Mischung vorne auf dem Brustkorb sanft einreiben.» So wird der Geruchsinn stimuliert und die zusätzliche Massage sorgt für einen besonders intensiven Moment des Abschaltens.