Ratgeber / Kind & Familie

Vom ersten Tag zum ersten Jahr: Meilensteine eines Babys

23.10.2019 / von 

Endlich ist das Baby da und mit ihm die Aufregung und die Freude, wenn es endlich ab nach Hause geht. Alles dreht sich um das Trink- und Schlafverhalten des Babys - die Entwicklung der Sinne allerdings beginnt schon im Mutterleib. Die Entwicklung jedes Kindes ist sehr individuell. Und weil alle die einzelnen Entwicklungsschritte in ihrem eigenen Tempo meistern, ist nichts ungewöhnliches dabei, wenn Gleichaltrige ab und zu mal einen Schritt voraus sind.

In den ersten Lebensmonaten können Sie mit einer anregenden Umgebung eine gleichmässige Entwicklung der Sinne fördern. Das Baby lernt Abläufe zu erkennen und wiederkehrende Handlungen wahr zu nehmen. Damit es von optischen und akustischen Reizen nicht überfordert ist, sollten Sie ihm genug Ruhe gönnen.

Sehen & Hören

Neugeborene sehen nur auf eine Entfernung von ca. 20cm scharf. Bunte Mobiles in einfachen Formen über dem Bettchen und dem Kinderwagen erregen die Aufmerksamkeit der Kleinen. Der Hörsinn funktioniert von Geburt an. Bereits aus dem Mutterleib kennen Babys die Stimme der Mutter und können diese gut von fremden Personen unterscheiden. Eine Spieluhr oder manchmal auch einen tickenden Wecker beruhigen die Kinder.

Riechen & Schmecken

Angenehme und unangenehme Gerüche können Neugeborene bereits schon unterscheiden - die Mutter können sie im wahrsten Sinne des Wortes besonders gut riechen. Besonders gerne haben Babys auch die Geschmacksrichtung süss. Deshalb schmeckt ihnen die leicht süssliche Muttermilch auch sehr gut.

Die meisten Kinder wollen in den ersten Monaten oft mitten in der Nacht gefüttert werden - kein Wunder, geht doch das Wachstum in rasanten Schritten voran: Nach rund drei bis fünf Monaten hat ein gesunder Säugling sein Geburtsgewicht verdoppelt und ist um etwa 15cm gewachsen. Am Ende des ersten Lebensjahres wiegt das Kind etwa 10kg, etwa dem dreifachen Geburtsgewicht entspricht, und ist etwa 75 cm gross.

Fühlen

Wenn Sie Ihrem Baby verschiedene Materialien zum Fühlen geben, regen Sie schon früh dessen Tastsinn an. Weiche Stoffe, Watte oder etwas Knisterndes eignet sich dafür besonders gut. Scharfe Kanten sollten auf keinen Fall dabei sein, das Kleine könnte sich sonst verletzen.

Erste Zähnchen

Etwas vom Schönsten für die frisch gebackenen Eltern ist das erste strahlende, zahnlose Lächeln ihres Babys. In der Regel lächelt es mit zwei Monaten zum ersten Mal. Dann werden auch die Schlafabschnitte länger - was aber noch lange nicht heisst, dass das Baby durchschläft - gerade, wenn bald das Zahnen beginnt.

Für den Ablauf des Zahndurchbruchs gibt es keine «Normwerte». Während einige Kinder schon früh zahnen, kann sich der Ablauf auch um mehrere Monate nach hinten verschieben. Normalerweise brechen zuerst die unteren und dann die oberen Schneidezähne durch. Es folgen die seitlichen Schneidezähne, die Mahlzähne und schliesslich die Eckzähne.

Spielen

In den ersten Monaten beschäftigt sich ein Säugling gerne mit den eigenen Finger und Zehen und «spielt» damit. Durch die fortschreitende motorische Entwicklung kann er aber schon bald darauf seine Umgebung zum ersten Mal erkunden. Mit etwa 6 bis 7 Monaten greifen Kinder nach umherliegenden Gegenständen. Bereits ab diesem Zeitpunkt können die Gegenstände auch zwischen den Händen gewechselt werden. Eine ausführliche Erforschung mit Händen, Augen und Mund erfolgt allerdings erst etwas später. Am Ende der Säuglingsperiode spielt das Kind mit Gegenständen, indem es sie schüttelt, klopft und mit ihnen wirft.

Ein erstes Wort

In den ersten Lebensmonaten beschränken sich die Kinderlaute auf gelegentliches Schreien. Mit etwa 3 bis 4 Monaten beginnt der Säugling langsam zu «brabbeln». Schon bald wird so kommuniziert und das Baby gibt mit einzelnen Vokabeln Antwort. In dieser Zeit verbessert sich die Motorik des Stimmapparates, sodass am Ende der Säuglingsperiode in den meisten Fällen Doppelsilben wie «Mama» oder «Papa» gesprochen werden können. Ein toller Moment!

Neue Meilensteine

Mit einem Jahr beginnen Kinder immer schneller, auf eigene Faust die Welt zu entdecken. Sie beginnen zu laufen, mit einem zu Löffel essen, lernen Treppen steigen und einen Ball aus dem Stand mit dem Fuss zu stossen. In der Kleinkindphase lernt das Kind zudem soziales Rollenverhalten und Sprachfähigkeiten.

Während in den ersten Lebensmonaten beim Säuling noch eine starke Bindung zur Bezugsperson besteht - meist der Mutter - wird ab dem 12. Lebensmonat zwischen sich und der Umwelt unterschieden und der Bewegungsdrang nimmt deutlich zu. Gleichzeitig wird der Wortschatz rasch ausgebaut. Zuerst enthält er Gegenstands-, dann Tätigkeits- und zum Schluss Eigenschaftsbezeichnungen. Wie in allen Entwicklungsstadien gibt es aber auch beim Sprechen Frühstarter und Spätzünder.

Bewegung

Bewegung im Allgemeinen ist ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Sobald die Kinder etwas älter werden wollen sie springen, laufen, herumtollen, auf Bäume klettern und draussen Verstecken spielen. All das ist positiv, da zu wenig Bewegung sich bereits sehr früh negativ auswirken und die spätere Lebensqualität stark vermindern kann. Eltern sollten also ihrem Kind genügend Raum und Anreiz für Bewegung geben. Am besten sind täglich mindestens eine bis zwei Stunden Bewegung an der frischen Luft - und zwar bei jedem Wetter.

Ernährung

Mit einer ausgewogenen Ernährung wird der Energiebedarf der Kinder ausreichend gedeckt. Auf spezielle Kinderlebensmittel kann gut verzichtet werden, da sie ohnehin nur viel Zucker, Fett und Zusatzstoffe enthalten. Ideal sind mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Kinder sollten aber nicht zu Essen gezwungen werden. Sie müssen sich oft an eine Speise gewöhnen, in dem sie sie mehrmals probieren. Und etwas vom Wichtigsten: Gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie fördern ein gesundes Essverhalten der Kinder.