Ratgeber / Gesundheit

Trocken trotz Tränen

25.05.2020 / von 

Es brennt und kratzt im Auge, als wäre etwas hineingeraten. Tränen steigen hoch, aber das unangenehme Gefühl verschwindet nicht. Gut möglich, dass es sich um das «trockene Auge» handelt. Eine Erkrankung, die auch im Sommer auftritt.

Einen grossen Teil seiner Umgebung nimmt der Mensch über das Auge wahr. Ist das Sehen beeinträchtigt, ist dies besonders störend. «Die Sinnesorgane sind wichtig für das tägliche Leben des Menschen. Schlimm also, wenn beispielsweise mit dem Auge etwas nicht in Ordnung ist», sagt auch Hansjürg Habegger, eidg. dipl. Drogist und Inhaber der Drogerie Habegger in Rubigen. «Seine Gesundheit hat daher eine hohe Bedeutung für uns. Jeden Tag erbringt das Auge Höchstleistungen und ist gleichzeitig zahlreichen Umweltreizen ausgesetzt.»

Diese Reize können zum Syndrom des trockenen Auges führen, einer Erkrankung, die auftritt, wenn die Augen nicht genügend Tränenflüssigkeit produzieren können oder diese zu schnell verdunstet. Verschwommenes Sehen, Schwellungen, Rötungen oder, paradoxerweise, tränende Augen sind einige der Symptome, die durch das trockene Auge verursacht werden. «Das Auge fühlt sich an, als wäre ein Fremdkörper darin», erklärt Hansjürg Habegger. Der stechende oder brennende Schmerz ist unangenehm und führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Alltag.

 

Vielfältige Ursachen

Hinter dem trockenen Auge verbirgt sich eine Reihe von verschiedenen Ursachen. Dazu gehören chronische Krankheiten, Kontaktlinsen, zu viel Bildschirmarbeit, Kunstlicht, eine generelle Reizüberflutung oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Auch Wind, Sonne oder mangelnde Luftfeuchtigkeit können das trockene Auge begünstigen. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Umweltbelastung: Die unreine Luft reizt das Auge und bringt den Tränenfilm aus dem Gleichgewicht. «Das Phänomen tritt besonders häufig bei älteren Menschen auf», sagt Hansjürg Habegger. Der Grund dafür ist, dass im Alter die Tränenproduktion abnimmt und ältere Menschen auch vermehrt unter Krankheiten
wie Rheuma oder Diabetes leiden, welche das trockene Auge begünstigen.

 

Leiden im Sommer

Die Jahreszeit hat ebenfalls einen Einfluss auf die Augen. Im Winter trocknen Heizungen die Raumluft aus. «Jetzt im Sommer ist der Grund ebenfalls die trockene Luft, verursacht jedoch durch Klimaanlagen», erklärt Hansjürg Habegger. Auch wenn Räume künstlich heruntergekühlt werden, nimmt die Luftfeuchtigkeit ab, was eine starke Belastung für die Augen darstellt.

«Halten Sie sich zudem möglichst nicht in Räumen auf, in denen geraucht wird», rät der Fachmann und ergänzt: «Ein gutes Raumklima trägt viel dazu bei, dass die Augen nicht gereizt werden.» Ganz verhindern lassen sich Augenreizungen mit einem guten Raumklima jedoch nicht.

 

Vorbeugen und Pflegen

Ein entscheidender Punkt sind der Schutz und die Pflege der Augen. Langes Arbeiten am Bildschirm ohne Pause sollte vermieden werden. Auch auf die Distanz zwischen den Augen und dem Bildschirm ist zu achten. Der ideale Abstand liegt zwischen 60 und 80 cm. Um die Augen zu schonen, ändern Sie in regelmässigen Abständen den Blickwinkel, weg vom Bildschirm. Auch vermehrtes Blinzeln kann dafür sorgen, dass das Auge feucht bleibt.

Wenn Ihr Gesicht dem Wind ausgesetzt ist, beispielsweise bei einer rasanten Cabrio-Fahrt, auf dem Velo oder bei Durchzug, kann eine Brille – eventuell mit Seitenschutz – die Augen schützen. Auch ein spezifischer Augenspray und künstliche Tränen in Form von Tropfen helfen, die Augen zu benetzen. «Mit unseren Augen ist es so wie mit unserer Haut: Beide profitieren langfristig von regelmässiger Pflege und Feuchtigkeit», erklärt der Drogist. Der moderne Lebensstil ist eine Belastung für die Augen, weshalb eine vorbeugende Pflege mehr als sinnvoll ist.

 

Äusserliche und innerliche Behandlungen

Sollte der Augenfilm trotz Pflege beeinträchtigt werden, gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehören zum Beispiel praktische Augentropfen mit verschiedenen befeuchtenden Inhaltsstoffen wie beispielsweise Auszügen aus Heilpflanzen wie Malve oder Augentrost. Ebenso kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren unterstützend sein. «Auch der Einsatz vom Schüssler Salz Nr. 8 hat sich bewährt», ergänzt Hansjürg Habegger. Dauern die Symptome jedoch länger als eine Woche an oder werden sie von eitrigen, schleimigen Absonderungen begleitet, empfiehlt sich der Gang zum Arzt.

Lidrandpflege richtig gemacht

Bei geröteten, verklebten und juckenden Augen kann die Pflege der Lidränder hilfreich sein. Dadurch lassen sich Verkrustungen und Ablagerungen entfernen, die durch Pollen, Staub oder überschüssiges Hautfett entstehen. Verwenden Sie zur Lidrandpflege ein entsprechendes Pflegemittel sowie flusenfreie Wattepads – für jedes Auge ein separates.

Zum Befeuchten der Watte kann auch lauwarmer Tee, zum Beispiel Schwarztee, verwendet werden. Streichen Sie je zwei- bis dreimal von oben nach unten und gleich oft von unten nach oben über das geschlossene Lid. Anschliessend wischen Sie bei geschlossenen Augen mit dem Pad zwei- bis dreimal waagrecht von aussen nach innen der Lidkante entlang. Danach spülen Sie das Auge mit warmem Wasser. Täglich durchgeführt trägt diese Pflege dazu bei, Augenerkrankungen vorzubeugen.

Wertvolle Omega-3-Fettsäuren

Leinöl Kapseln

Leinöl ist eine Quelle von pflanzlichen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren der Omega-3-Gruppe. Solche gelten auch für die Gesunderhaltung der Augen als besonders wertvoll. Zudem können die Naturage Leinöl Kapseln* mit Vitamin E der Trockenheit von Haut und Schleimhäuten entgegenwirken.

* Dies ist ein Nahrungsergänzungsmittel.