Generikum

Ratgeber / Gesundheit

Generika

25.01.2021 / von 

Generika sind Nachfolgemedikamente und haben die gleiche Zusammensetzung wie Originalpräparate. Allerdings sind sie bis zu 70 % günstiger. Lesen Sie, wie Generika entwickelt werden und welche Vorteile sie für Patientinnen und Patienten haben.

Die Entwicklung eines Medikaments mit einem neuen Wirkstoff ist kostspielig und aufwendig. Pharmafirmen forschen dazu weltweit in verschiedenen Bereichen auf Hochtouren. Um Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten, vergehen oft Jahre. Sobald ein Medikament neu auf dem Markt ist, geniesst der Hersteller für seine Bemühungen einen befristeten Patentschutz. Erst wenn dieser abläuft, dürfen Nachfolgemedikamente – im Fachjargon als Generika bezeichnet – produziert werden. Für Hersteller ist die Entwicklung eines Generikums mit weit weniger Aufwand verbunden, da der Wirkstoff bereits umfassend untersucht und freigegeben wurde. Daher ist es möglich, Generika zu einem günstigeren Preis anzubieten.

Patienten haben die Wahl

Um die sukzessiv steigenden Gesundheitskosten zu senken, hat der Bundesrat vor rund 15 Jahren klare Vorgaben in der Handhabung von kostengünstigen Generika beschlossen. So sind die Fachpersonen in den Apotheken verpflichtet, Patientinnen und Patienten bei Rezeptbezügen auf Nachfolgemedikamente aufmerksam zu machen und auf deren Wunsch das verordnete Originalpräparat zu substituieren – also mit einem Generikum zu ersetzen. Gleichzeitig dürfen sie für diesen Service einmalig und nur beim Erstbezug eine Substitutionspauschale verrechnen. Der Endentscheid für oder gegen Generika liegt jedoch immer beim Patienten selbst. Er oder sie hat das Recht, auf das Originalpräparat zu bestehen. Wer sich für ein günstigeres Nachfolgemedikament entscheidet, wird in jedem Fall mit einem tieferen Selbstbehalt der Krankenkasse belohnt.

Zusätzliche Vorteile bei gleicher Qualität

Generika werden nach den gleich strengen Qualitätsverfahren getestet, dokumentiert und hergestellt wie Originalmedikamente. Erst wenn sie alle Vorgaben der Schweizer Arzneimittelbehörde erfüllt haben, werden sie für Patientinnen und Patienten zugelassen. Zusammengefasst bedeutet das, dass Generika in Bezug auf Verträglichkeit und Wirksamkeit mit dem Originalmedikament austauschbar sind. Viele Generika sind zudem in einer anderen Darreichungsform erhältlich. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn die Einnahme von Originalmedikamenten für Patientinnen und Patienten unangenehm ist, zum Beispiel bei Schluckbeschwerden. Auch die Verwendung von anderen Hilfsstoffen kann vorteilhaft sein, etwa bei Allergien oder anderen Intoleranzen. In Ihrer Apotheke steht ein breites Sortiment an Generika zur Verfügung. Die Fachpersonen in unseren Apotheken beraten Sie gerne individuell.

Alexandra Wyss
Durch Generika können die Kosten gesenkt werden - ganz ohne Qualitätseinbusse.

Alexandra Wyss

Eidg. dipl. Apothekerin und Betriebsleiterin in Thun

Kann man während einer laufenden Therapie auf Generika wechseln?

Grundsätzlich ist das möglich. Es hängt allerdings stark vom Medikament ab und wofür es eingesetzt wird. Vor allem dort, wo sich die Wirkung eines Medikaments gut überprüfen lässt – wie bei hohem Blutdruck oder Schmerzen –, ist ein Wechsel meist unproblematisch.

Warum verschreiben viele Ärztinnen und Ärzte nicht direkt ein Generikum?

Ärztinnen und Ärzte überlassen gerne den Fachpersonen in der Apotheke die Beratung zu Generika. Hier haben wir eine grosse Übersicht zu deren Auswahl und Verfügbarkeit. Je nach Situation oder auf Wunsch der Patienten halten wir auch gerne Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Spart man auch, obwohl die Apotheke die Generika über die Krankenkasse abrechnet?

Ja, denn der Selbstbehalt bei den Krankenkassen berechnet sich prozentual. Kostet ein Medikament also weniger, sinkt auch die persönliche Kostenbeteiligung – ganz ohne Qualitätseinbusse.