Ratgeber / Gesundheit

Endlich wieder eine gute Nacht

26.10.2020 / von 

Wer schlecht schläft, fühlt sich nicht nur schlapp, sondern riskiert auch gesundheitliche Probleme. Lesen Sie hier, was den erholsamen Schlaf stört und was die Nachtruhe verbessert.

Nach einer unruhigen oder kurzen Nacht fühlen wir uns, als hätten wir Bleischuhe an den Füssen. Besonders leistungsfähig sind wir an solchen Tagen nicht. Leider leidet jeder Vierte mindestens ab und zu an Schlafproblemen, von denen rund die Hälfte behandlungsbedürftig sind. Ältere Menschen neigen vermehrt zu Schlaflosigkeit, und Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Neben Stress, Sorgen oder rastlosen Gedanken können auch äussere Umstände oder ein Fehlverhalten zu den Schlafschwierigkeiten beitragen.

Bei Ein- und Durchschlafstörungen sprechen Fachleute von Insomnien. Betroffene bekunden Mühe mit dem Einschlafen oder können nicht bis zum Morgen durchschlafen. Sie fühlen sich, obwohl die Nachtruhe eigentlich lang genug war, nicht erholt. Begleitsymptome sind – je nach Schweregrad – Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Angst, Erschöpfung und Müdigkeit.

Die Weisheit der Chinesen

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sieht den Menschen und seine Gesundheitsprobleme immer als Ganzes. Aus diesem Heilwissen stammt auch die Organ-Uhr. Die Lebenskraft Qi versorgt den Körper mit Energie und sorgt dafür, dass das System perfekt funktioniert. So sind die zwölf Hauptmeridiane alle untereinander verbunden und jeweils einem Organ zugeordnet. In 24 Stunden fliesst durch jede dieser Energiebahnen jeweils zwei Stunden lang besonders viel Qi. Genau zwölf Stunden später erreicht dieser Meridian dann seine Ruhephase. Ist der Energiefluss gestört oder unterbrochen, entstehen Beschwerden und Krankheiten.

Folgen von Schlafmangel

Um einwandfrei funktionieren zu können, benötigen Körper und Geist genügend Erholung. Sechs bis acht Stunden pro Nacht reichen für die körperliche und seelische Erholung bei Erwachsenen. Wie sich Menschen jedoch von Schlafmangel erholen, darüber wissen die Schlafforscher noch nicht genug. Es scheint jedoch, dass der angehäufte Schlafmangel irgendwann ausgeglichen werden muss. Konkret bedeutet das: Die fehlende Schlafzeit sammelt sich an.

Wissenschaftlern zufolge können junge Menschen zehn bis zwanzig Stunden «Schlafschulden» ertragen. Kommen aber weitere zehn bis zwölf Stunden dazu, wird es kritisch. Nun können die Betroffenen ihre Tagesaufgaben nicht mehr einwandfrei bewältigen. Fünfzig Stunden Schlafschulden sind laut Experten das Maximum dessen, was ein gesunder Erwachsener verkraften kann. Je müder jemand ist, desto grösser fällt das Unfallrisiko aus! Ganz zu schweigen davon, was die mangelnde Ruhe im Körper anrichtet. Wer gesund und fit bleiben möchte, sollte also unbedingt für ausreichend Schlaf sorgen.

Viele mögliche Ursachen

Neben einer gestörten Energieversorgung können auch andere Ursachen hinter den nächtlichen Wachphasen stecken. Wälzt eine Person Probleme, leidet sie unter Ängsten, so kann hinter den Schlafstörungen eine Depression oder ein Burn-out-Syndrom stecken. Schichtarbeit oder häufiges Reisen zwischen den Zeitzonen beeinträchtigen den normalen Schlaf-wach-Wechsel ebenfalls. Nicht selten entstehen daraus Ein- und Durchschlafstörungen. Auch schwere Mahlzeiten am Abend können das Ein- und Durchschlafen erschweren. Und bei jedem zehnten «Schlafgestörten» steckt eine Sucht wie Alkoholmissbrauch oder die Einnahme von Medikamenten hinter den Problemen.

Darüber hinaus können die Schlafschwierigkeiten Symptom von Erkrankungen sein: So beeinträchtigen unwillkürliche Beinbewegungen, hervorgerufen durch das Restless-Legs-Syndrom, das Ein- und Durchschlafen. Auch das Aussetzen des Atmens während des Schlafs – das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom – bringt Betroffene immer wieder an den Rand des Erwachens. Die Folge davon ist Tagesschläfrigkeit, die beispielsweise die Aufmerksamkeit im Strassenverkehr herabsetzen kann.

Hilfe kommt auf viele Arten

Menschen mit Schlafproblemen können diesen mit einem gesunden Lebenswandel und der persönlichen Schlafhygiene entgegenwirken. Dazu gehört auch, sich für die Zeit vor dem Zubettgehen ein Ritual anzugewöhnen – wie dieses aussieht, ist individuell. Idealerweise folgt es jedoch immer demselben «Drehbuch» und dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Auf diese Weise merkt der Körper, dass er herunterfahren muss.

Ebenso gross wie die Bandbreite der Ursachen ist auch die Zahl der Therapiemöglichkeiten für Ein- und Durchschlafstörungen. Die sanftesten «Helferlein» kommen aus der Naturheilkunde:

  • Baldrianwurzel – fördert den Schlaf und beruhigt
  • Melissenblätter – dämpfen Unruhe und entspannen
  • Johanniskraut – hellt die Stimmung auf
  • Hopfen – hilft beim Einschlafen
  • Passionsblumenkraut – wirkt ausgleichend bei Ängsten und Anspannungen
  • Lavendel – bei Ängstlichkeit und Unruhe

Diese natürlichen Schlafhilfen gibt es in verschiedenen Darreichungsformen wie beispielsweise Teemischungen, Tropfen oder Filmtabletten. In der Apotheke Drogerie berät man Sie gern, wann der ideale Einnahmezeitpunkt der entsprechenden Präparate ist sowie auch über die Anwendungsdauer. Gern mischen wir Ihnen auch Ihren individuellen Spagyrik-Spray oder beraten Sie zur optimalen Kombination von Schüssler Salzen für Ihre Bedürfnisse.

Synthetische Schlafmittel sind lediglich in schweren Fällen und nur über kurze Zeit eine Option. Deren regelmässige Einnahme kann zur Chronifizierung von Schlafstörungen sowie zu Medikamentenabhängigkeit führen. Also Vorsicht damit!

So schlafen Sie besser

  • Regelmässige Aufsteh- und Schlafenszeiten, nicht mehr als 30 Minuten davon abweichen.
  • Das Schlafbedürfnis ist individuell, doch die meisten Erwachsenen benötigen 6 - 8 Stunden Nachtruhe.
  • Tagsüber auf ausgedehnte Nickerchen verzichten, hingegen ist ein maximal 20-minütiger Power-Nap durchaus sinnvoll.
  • Viel Tageslicht tanken – am besten am Morgen –, denn es ist der Taktgeber für die innere Uhr.
  • Mit Kunstlicht am Abend und nachts sparsam umgehen und TV und Handy meiden.
  • Abends nur eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen.
  • Viel Bewegung, denn körperliche Aktivität fördert einen gesunden Schlaf.
  • Rund vier Stunden vor dem Zubettgehen auf Koffein und Alkohol verzichten.
  • Im Schlafzimmer sollte es dunkel, ruhig und 16 bis 18°C kühl sein.
Ramona Rogger
Der Schlafrhythmus ist sehr wichtig.

Ramona Rogger

Dipl. Drogistin HF und Mitinhaberin einer Drogerie in Meggen

Wann sind Schlafprobleme therapiebedürftig?

Wenn sie längere Zeit bestehen und für den Betroffenen unangenehm sind. Energielosigkeit, verminderte Aufmerksamkeit oder Tagesmüdigkeit können Anzeichen davon sein. Von Schlafstörungen spricht man, wenn jemand zu kurz oder zu lang schläft, nachts häufig aufwacht oder sich morgens nicht erholt und ausgeruht fühlt.

Wie wichtig ist der Schlafrhythmus?

Sehr wichtig. Ich empfehle, eine gewisse Regelmässigkeit in die Wach- und Ruhephasen zu bringen. Es hilft, immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und am Abend weder spannende Romane zu lesen noch extreme Action-Filme zu konsumieren. Auch sollte man im Bett keine Büroarbeiten erledigen. Die Idee, andauernd erreichbar sein zu müssen, kann ebenfalls Grund für Schlafprobleme sein. Am besten versucht man, die Abende ruhiger zu gestalten, indem man beispielsweise ein entspannendes Lavendelbad geniesst und dazu einen schlafunterstützenden Tee trinkt.

Warum ist eine individuell abgestimmte Therapie wichtig?

So wie es verschiedene Ursachen für Schlafprobleme gibt, sind auch deren Behandlungsmöglichkeiten vielfältig. Welche davon für Sie die richtige ist, versuchen wir in der Drogerie oder Apotheke mit Ihnen individuell zu ergründen, um Ihnen dann die entsprechenden Massnahmen und Arzneimittel empfehlen zu können.