Ratgeber / Kind & Familie, Gesundheit

Die ersten Zähne

03.10.2019 / von 

Freude – aber auch schlaflose Nächte: Das gehört dazu, wenn Babys zu zahnen beginnen. Was muss man über Symptome und schmerzlindernde Mittel wissen, und worauf kommt es bei der Pflege der Milchzähne an?

Quengelt Ihr sonst zufriedener Spross plötzlich aussergewöhnlich oft und wirkt schlecht gelaunt? Hat er keinen Appetit und will die ganze Zeit getragen werden? Dann könnten die ersten Zähnchen am Durchbrechen sein. Weitere typische Anzeichen sind eine stark erhöhte Speichelproduktion, das häufige Herumkauen auf den Fäustchen oder auf Gegenständen sowie ein gerötetes, angeschwollenes Zahnfleisch.

Eine klare Reihenfolge

Das Zahnen kann schon früh beginnen, es kann sich aber bis ins Alter von drei Jahren andauern. Dabei leiden nicht alle Kleinkinder gleich stark. Bei manchen stossen mehrere Beisserchen fast gleichzeitig hervor, was natürlich die Schmerzen verstärkt. Zudem ist auch bei jedem Kind die Schmerzempfindlichkeit unterschiedlich

Meistens nimmt das Zahnen zwischen dem vierten und neunten Monat seinen Anfang, wobei die mittleren Schneidezähne im Unter- und dann im Oberkiefer den Startschuss geben. Es folgen die seitlichen Schneidezähne; die Eck- und Backenzähne bilden das Schlusslicht. Rund um den zweiten Geburtstag sollten in der Regel alle 20 Zähne durchgebrochen sein.

«Abweichungen von rund sechs Monaten und in der Reihenfolge sind aber völlig normal», sagt Dr. Hubertus van Waes. Der Leiter des Schulzahnärztlichen Dienstes der Stadt Zürich und der Station für Kinderzahnmedizin der Universität Zürich beruhigt: «Auch wenn mit zweieinhalb Jahren das Kindergebiss noch nicht vollständig ist, muss man sich keine Sorgen machen, sofern keine allgemeinmedizinischen Probleme vorhanden sind.»

Fieber beim Zahndurchbruch

Häufig werden als Begleitbeschwerden beim Zahnen erhöhte Temperatur, Durchfall und ein roter Babypo genannt. Schlafstörungen, Wimmern und Weinen sowie ein vom vielen Sabbern wunder Mund sind ebenfalls mögliche Übel. Zeigen sich die genannten Symptome, können entzündungs- und fieberhemmende Schmerzmittel sowie das Eincremen der wunden Hautstellen Linderung bringen. Ausserdem können Kauhilfen den Zahnungsprozess unterstützen.

Damit keine Verletzungsgefahr besteht, eignen sich beispielsweise ein Brotstück, ein Rüebli, ein weicher Lappen oder ein Beissring. Von Letzterem gibt es auch Modelle, die man in den Kühlschrank legen kann. Das Kauen auf einem gekühlten Beissring tut gut, da das Zahnfleisch so weniger durchblutet wird und abschwellen kann. Manche Kinder sprechen auf Schüssler Salze, Bachblüten oder Kamillentee gut an. Auch spezielle Gels oder Öle, die man vorsichtig auf den Zahnbogen oder von aussen an die Wange tupft, können eine lindernde Wirkung haben.

Eine gute Unterstützung beim Zahnen sind ausserdem sanfte Massagen. Lässt das Baby eine solche am Zahnfleisch nicht zu, können die Zehenkuppen, die Reflexzone für die Zahnleisten, immer wieder behutsam massiert werden. Pflege der Milchzähne Obwohl die Milchzähne einige Jahre später schon wieder ausfallen, müssen auch sie immer gepflegt und sauber gehalten werden. Das beginnt schon mit dem ersten Milchzahn. Dies auch dann, wenn ausschliesslich gestillt wird. «Karies ist die grösste Gefahr für Milchzähne. Besonders zuckerhaltige Getränke am Abend richten grossen Schaden an, da die Speichelproduktion nachts geringer ist», sagt Dr. Hubertus van Waes.

Bei Babys kann man zur Reinigung einen Fingerling verwenden oder eine extraweiche Kinderzahnbürste mit kleinem Bürstenkopf. Wichtig ist, dass die Eltern abends sehr sorgfältig mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen und die  Altersangabe auf der Tube beachten. Ab 1,5 Jahren kann man anfangen, das Kind spielerisch ans Selberputzen heranzuführen. Dabei helfen Zahnputzlieder, Sanduhren oder gemeinsame Familienrituale. Solange das Kind beim Selberputzen noch etwas unsicher ist, sollten Sie jedoch danach nochmals nachputzen.

Homöopathie beim Zahnen

Eltern sind oft begeistert von homöopathischen Präparaten auf Basis von Chamomilla oder Belladonna, oder loben die Wirkung von Viburcol-Zäpfchen: Das Baby wird von diesen Mitteln beruhigt, es wird weniger weinerlich und nähesuchend.

Erreicht der Schmerz den Höhepunkt, kann auch einmal kurzfristig ein Paracetamol-Zäpfchen verabreicht werden, das lindert die Schmerzen. Da der genaue Zeitpunkt des Zahnens sehr unterschiedlich ist, ist es für die Eltern auch kaum möglich, den Beschwerden vorzubeugen. Somit bleibt lediglich eine symptomatische Behandlung.

Nebst all diesen Hilfsmittel darf nicht vergessen werden, dass das Kleinkind in der Zeit des Zahnens noch mehr Zutrauen und Nähe von seinen Eltern braucht. So können Eltern den Kleinen auch das Gefühl geben, dass das Zahnen trotz der Schmerzen etwas Positives ist.

Viburcol Flüssigkeit

Homöopathisch

Die Viburcol Flüssigkeit zum Einnehmen oder Zäpfchen regulieren den Organismus von Säuglingen und Kleinkindern auf sanfte Weise. Beides wird insbesondere zur Behandlung von Unruhezuständen und beim Zahnen eingesetzt.
Osa Zahngel

Zuckerfreies Zahngel

Bei akuten Schmerzen, sobald die ersten Zähnchen die Pilgern durchstossen, hilft das schmerzstillende Osa Zahngel. Es ist zahnschonend und brennt nicht.
Curaprox Beissring

Lindernde Massage

Der Curaprox Beissring mit Massagezahnbürste und Rassel lindert die Beschwerden und Schmerzen beim Zahnen. Die integrierte Massage- und Lernzahnbürste bereitet das Kind auf seine erste Zahnbürste vor.

Empfohlene Häufigkeit zum Zähneputzen:

1. Jahr: einmal täglich
2. Jahr: zweimal täglich
3. Jahr: dreimal täglich

Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr ist die erste Kontrolle beim Kinderzahnarzt empfohlen. Diese sollte präventiv und zum Kennenlernen sein – also nicht warten, bis es dringend nötig ist und der Zahnarzt so zum schlimmen Erlebnis wird.